Kunst aus der Klappe
Zigaretten, Süßigkeiten oder kondome-hier zu Lande dienen Automaten an der Straßenecke Menschen, die einem heftigen Bedürfnis abhelfen wollen. Anders in London. Dort befriedigt die Automatenkultur auch sublimere Geluste, nämlich den kleinen Hunger auf Kunst. Die Idee stammt vom britischen Künstler und ehemaligen fermeldetechniker John Hayward, der seine so genannten Hayvends schon an mehreren prominenten Ecken Londons installierte. Für umgerechnet drei Mark können sich Kunstinteressierte ein Werklein aus der Automatenklappe ziehen. Verpackt in kleine gelbe Schachteln, erhält der Käufer eine Zeichnung, ein Tape, ein Buch oder auch eine zitronengelbe Unterhose. Rund 200 Künstler haben die Hayvends schon als Verkaufsforum genutzt. Noch sci kein Kunstwerk zum Automatenhüter verkommen, erzählt Hayward: "Meine Automaten sind nicht bloß eine neue Möglichkeit, Kunst unter die Leute zu bringen, sic werden auch als Symbol heutiger Massenproduktion begriffen." Gewiefte Sammler spekulieren auf ein baldiges Ende der Aktion. Dann dürfte der Wert der Wegwerfkunst in die Höhe schnellen.
Image shows work by Angela Smith and shows the original Hayvend machine in the Whitechapel Art Gallery
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